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Deutz, 14.03.2018 In Deutz soll ein Gründerzentrum für Computerspiel-Entwickler entstehen. Ein Digital-Campus der Kölnmesse und eine Start-up-Plattform bringen junge Kreative und Investoren zusammen.Zentrum für Spieleentwickler geplant - Messe richtet Digital-Campus ein.

Von Michael Fuchs,

Kölnische Rundschau, 14.03.2018

Binnen weniger Jahre ist Köln zu einem bedeutenden Zentrum der Computerspielbranche geworden. Zur weltgrößten Spielemesse Gamescom, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert, kommen rund 350 000 Besucher in die Stadt, knapp 60 Spiele-Unternehmen haben hier bereits ihren Sitz.

Dieses Potenzial soll künftig besser genutzt und weiterentwickelt werden. Unter dem Titel "Cologne Game Haus" (CGH) soll im Haus 4 der Kölnmesse an der Deutz-Mülheimer Straße 30 ein neues Gründerzentrum für Spieleentwickler entstehen - das erste seiner Art in Deutschland.

Geplant ist, auf rund 1200 Quadratmetern in der 4. und 7. Etage des Hochhauses am Messekreisel so genannte "Co-Working Spaces" einzurichten. Gemeint sind offen gestaltete Büroräume, in denen die meist jungen Akteure der Branche gemeinsam arbeiten, sich leichter austauschen und voneinander profitieren können.

"Wir haben bereits 20 Firmen mit insgesamt 100 Mitarbeitern, die Interesse haben, hier einzuziehen", sagt Johannes Brauckmann (43) vom Start-up-Unternehmen "Beepkultur". Er hat ein Spiel entwickelt, in dem ein kleiner "Ohrwurm" Kindern auf lockere Art die klassische Musik näherbringt.

Brauckmann ist einer der vielen Kreativen aus der digitalen Gründerszene in Köln und der Region. Gemeinsam mit Mitstreiter Thomas Rössig (31) von der Firma Flying Sheep hat er sich seit zwei Jahren in den von Stadt, IHK und TH Köln geförderten Prozess zur Weiterentwicklung des Games-Standorts Köln eingebracht; jetzt hofft er, dass die Spielebranche in Kürze mit Unterstützung der Stadt einen großen Schritt nach vorn macht. "Seit der letzten Gamescom sind wir an dieser Idee dran. Mit dem Cologne Game Haus wollen wir ein Leuchtturmprojekt schaffen, das interessante Perspektiven für junge und neugegründete Spieleunternehmen bietet. Wir wollen Events, Workshops und Weiterbildungen anbieten, die Kölner Games-Szene in der Stadt sichtbarer machen und ein Innovationsmotor für die ganze Branche werden."

Der Wirtschaftsausschuss berät nächste Woche erneut über die Bewilligung einer Gründungsbeihilfe von 200 000 Euro für Personal- und Sachkosten, mit der das Projekt angeschoben werden soll. Später soll es sich durch eigene Einnahmen und Sponsoring selbst tragen. Ziel sei, "allen in Köln ansässigen oder ansiedlungswilligen Firmen ein neues attraktives Ökosystem zur kreativen Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen", heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Christian Joisten, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, fordert eine schnelle Entscheidung: "Köln steht hier im Wettbewerb mit anderen Städten wie Berlin und sollte jede Chance nutzen, die Bedeutung der Stadt für die immer wichtiger werdende Games-Industrie weiter auszubauen."

Die Kölnmesse will das Cologne Game Haus mit günstigen Mieten unterstützen. Parallel dazu richtet die Messegesellschaft zurzeit in der 8. Etage des Gebäudes unter dem Titel "incube8" einen eigenen digitalen Campus ein. Ziel ist es, dort junge, innovative Unternehmen, die Geschäftsideen im Bereich der großen Messebranchen Einrichtung, Ernährung, Digitalisierung oder Veranstaltungen entwickelt haben, mit etablierten Firmen zu vernetzen. Während festgelegter Projektzeiträume von mehreren Monaten, die auf die Messetermine ausgerichtet sind, werden die Start-ups gezielt durch Mentoren unterstützt und mit Investoren zusammengebracht. "Wir werden dadurch sowohl die weitere digitale Transformation der Kölnmesse als auch die unserer Kunden unterstützen", sagt Messe-Chef Gerald Böse. Der digitale Campus "incube8" soll im zweiten Quartal mit einem Pilotprojekt für die Einrichtungsbranche starten.

WACHSTUMSBRANCHE COMPUTERSPIELE

Mit 116 Milliarden Dollar Umsatz weltweit im Jahr 2017 sind Computerspiele ein bedeutender, schnell wachsender Markt. In Deutschland spielen nach aktuellen Schätzungen mehr als 34 Millionen Menschen regelmäßig digitale Spiele. In den ersten sechs Monaten 2017 stieg der Umsatz mit Computerspielen hierzulande um elf Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. Der gesamte Games-Umsatz in Deutschland betrug 2016 knapp drei Milliarden Euro.

Köln ist ein führender Standort der Digitalwirtschaft mit internationalen Konzernen wie Microsoft, aber auch vielen kleinen Start-ups. In zukunftsweisenden Themenfeldern wie E-Sports sowie Augmented und Virtual Reality (AR/VR) punktet Köln bereits mit zahlreichen Angeboten. (fu)

 

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