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Foto Volker Dennebier

Deutz, 08.04.2018 Das geplante neue Casino soll offenbar doch in Deutz gebaut werden. Ende Januar hatte die Kölnische Rundschau gemeldet, dass der Standort am Deutzer Bahnhof vor dem Aus steht.

Tatsächlich wurden Gespräche zwischen dem Casinobetreiber Westspiel und der Stadt Köln im Herbst auf Eis gelegt.

Im März habe es aber wieder ein Gespräch gegeben, heißt es von der Stadtverwaltung. Dabei habe Westspiel noch einmal Interesse an dem Standort Ottoplatz bekundet. Das Unternehmen wolle die entsprechende Planung fortführen.

Die Rundschau hatte von Problemen im Baugrund berichtet, die plötzlich entdeckt worden seien, deshalb sehe sich Westspiel erneut nach einem anderen Standort innerhalb Kölns um. Der Stadtverwaltung sind diese Pläne allerdings nicht bekannt, wie sie jetzt mitteilt.

Im Sommer soll über einen Kaufvertrag für das Grundstück verhandelt werden.

(Meldung vom 07.04.2018/MH) Radio Köln

Foto Volker Dennebier

Deutz, 25.01.2018, Casino-Plan für Deutz vor dem Aus.

Baugrund macht Probleme, Alternative in Köln gesucht

VON MATTHIAS HENDORF,Kölnische Rundschau 25.01.2018

Das geplante Casino in Köln-Deutz nahe dem Bahnhof Messe/Deutz steht nach Rundschau-Informationen vor dem Aus. Die Herrichtung der Baufläche soll erheblich aufwendiger sein als gedacht, unter anderem der U-Bahn-Tunnel sowie eine entdeckte preußische Festungsmauer bereiten massive Probleme. So könnte die Wirtschaftlichkeit der neuen Spielbank stark gefährdet sein. Die Frage, warum der Baugrund nicht gründlicher überprüft worden ist, ließ das Unternehmen unbeantwortet. Westspiel teilte mit: "Die vorliegenden Parameter werden in enger Abstimmung zwischen den Partnern (Stadt und Westspiel, Anmerkung der Redaktion) erörtert und neu bewertet."

Das neue Casino sollte laut Westspiel mit jährlich rund 400 000 Besuchern das größte in Deutschland werden. Ursprünglich sollte es 23,17 Millionen Euro kosten, für Mitte 2018 war der Beginn der Arbeiten geplant, das Haus hatte 2021 eröffnen sollen. Diese Planung gilt als überholt, auch weil 13 Monate nach einem Architektenwettbewerb nicht einmal klar ist, welcher Entwurf nun umgesetzt werden soll. Das Unternehmen gab kein klares Bekenntnis zum Standort ab, es teilte mit: "Zum Projekt am Ottoplatz gibt es deshalb keine finalen Entscheidungen, welche Westspiel den Gremien zur Abstimmung vorlegen konnte."

Nach Rundschau-Informationen will Westspiel das Casino weiter in Köln errichten, betrachtet aber den Ottoplatz als kaum mehr realistischen Standort. Die Suche nach einem Grundstück könnte also wieder von vorne beginnen. Köln hatte im Januar 2013 den Zuschlag für die Spielbank erhalten. Zwischenzeitlich galt ein Areal in der Nähe des Heumarkts als neuer Standort, bevor Westspiel sich für Deutz entschied. Köln

Die Karten liegen auf dem Tisch
Von Matthias Hendorf, Kölnische Rundschau 29.07.2017
Entwurf für neues Casino in Deutz festgelegt - Kritik aus Politik - Jahn: Brauchen kein Möbelhaus

Die Entscheidung für die Gestaltung des neuen Casinos am Ottoplatz in Deutz ist nach Rundschau-Informationen gefallen. Demnach will Betreiber Westspiel den Entwurf der Architekten "AIP" aus Düsseldorf umsetzen - und damit nicht den Favoriten eines Großteils des Preisgerichts und dem Vernehmen nach auch der Kölner Stadtverwaltung. Sie sollen sich für das Modell von "Allmann Sattler Wappner" aus München ausgesprochen haben, das Protokoll des Preisgerichts weist es als "Vision für ein einzigartiges Casino-Gebäude" aus, nennt die Fassade ein "glamouröses Paillettenkleid". Grünen-Fraktionschefin Kirsten Jahn sagt: "Der 'AIP'-Entwurf ist relativ beliebig. Wir brauchen kein Gebäude, in das auch ein Möbelhaus einziehen könnte."

Die beiden Entwürfe hatten bei der Sitzung des Preisgerichts am 7. Dezember 2016 den geteilten ersten Rang belegt (die Rundschau berichtete). Westspiel als Bauherr und zukünftiger Betreiber will sich zu einer möglichen Entscheidung nicht äußern, teilte aber mit: "Wir befinden uns nach wie vor in der Planungsphase und arbeiten - wie üblich in solchen Verfahren - gemeinsam in enger Abstimmung mit der Stadt Köln an den finalen Entwürfen." Die Stadt verwies auf Anfrage zu einer schon gefallenen Entscheidung an Westspiel.

Wie bei solchen Verfahren üblich, folgte auf das Votum der Jury ein zweiter Schritt: Die Architekten nehmen Empfehlungen des Gremiums auf und passen die Pläne an, dann entscheidet sich letztlich, welcher Entwurf umsetzbar ist. "Die Westspiel-Gruppe arbeitet derzeit daran, die Empfehlungen in den Entwurf einzuarbeiten, der aus dem Vergabeverfahren erfolgreich hervorging", schreibt die Stadt. Dann werde das Ergebnis in die politischen Gremien eingebracht.

An diesem Dezember-Tag hatte die Jury in der Flora 18 Entwürfe von Architekten vorliegen und sollte einen auswählen. Mitte 2018 will Westspiel mit dem Bau zwischen Bahnhof Messe/Deutz und der Lanxess-Arena loslegen, dafür 23,17 Millionen Euro investieren, 2021 soll das Casino stehen - und könnte mit bis zu 400 000 Gästen pro Jahr das größte Deutschlands sein.

Die Jury bestand aus 20 stimmberechtigten Mitgliedern, zehn Fachpreisrichtern, darunter Stadtplaner und Architekten, sowie zehn Sachpreisrichtern, zumeist Kölner Politiker sowie unter anderem Westspiel-Geschäftsführer Steffen Stumpf. Zunächst siebte das Gremium aus, bis fünf Vorschläge übrig blieben, die nun in eine Reihenfolge gebracht wurden. Auf Platz eins, und zwar nicht geteilt: "Allmann Sattler Wappner" . Auf Rang zwei: "AIP". Und auf drei: Gernot Schulz aus Köln. So steht es im Sitzungsprotokoll.

Doch dabei blieb es nicht, das Preisgericht diskutierte Vor- und Nachteile, dem Vernehmen nach hatte Westspiel Bedenken mit dem Entwurf von "Allmann Sattler Wappner". Im Protokoll steht: "Das Projekt wirft vor allem im Innenraum in Hinsicht auf den Spielbankbetrieb, Flexibilität, Nutzbarkeit, Flächenzuschnitte, technische Versorgung und Brandschutzfragen auf." Also legte die Jury einstimmig eine neue Rangordnung fest: zwei geteilte erste Preise - "AIP" und "Allmann Sattler Wappner" - sowie Schulz auf Platz drei. Nach Rundschau-Informationen war es ein Kompromiss, um "Westspiel" entgegenzukommen - in der Hoffnung, dass sich im weiteren Verfahren "Allmann Sattler Wappner" durchsetzt.

Doch es kommt wohl anders - zum Unverständnis einiger Politiker wie etwa Jahn. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck sagt: "Das Gebäude darf nicht aussehen wie ein Bürohaus. Der Entwurf mit dem Paillettenkleid ist alle Mühen und Geld wert." Niklas Kienitz, Fraktionsgeschäftsführer der CDU, sagt: "An dieser Stelle muss etwas stehen, das städtebaulich und architektonisch passt." Er halte den Entwurf von "Allmann Sattler Wappner" für besser. Und SPD-Fraktionschef Martin Börschel sagt: "Ich finde es entscheidend, dass das Projekt zügig weiter geht und eine gute städtebauliche Qualität hat."

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