www.koeln-deutz-extra.de
 www.koeln-deutz-extra.de 
Foto Volker Dennebier

Deutz, 11.07.2019 Das geplante Kasino in Deutz neben dem Deutzer Bahnhof wird nun doch nicht gebaut.Der Plan der landeseigenen Spielbanken GmbH, neben dem Deutzer Bahnhof ein Kasino zu errichten, ist gescheitert. Auf Antrag des schwarz-grünen Bündnisses und der Gruppe Gut sprach sich der Rat gegen den Standort aus. Als Ersatz soll die Verwaltung den Flughafen in die Gespräche mit dem Kasinobetreiber einbringen.Das Grundstück in Deutz sei zu wertvoll, „um es durch eine jahrelange Hängepartie zu blockieren“, so CDU-Fraktionsgeschäftsführer Niklas Kienitz. Statt der Glücksspielstätte soll auf der Fläche zwischen Bahnhof und Deutz-Mülheimer Straße „eine sinnvolle gewerbliche Nutzung realisiert werden“. Die SPD und die FDP kritisierten die Absage. Der Stadt entgingen Gewinnbeteiligungen in Millionenhöhe (Kölner Stadtanzeiger, NEWSPORTAL).

Foto Volker Dennebier

Deutz,29.01.2019,Aus Kölnischer Rundschau vom 25.01.2019,Von Matthias Hendorf. Neues Casino: Stadt sieht Westspiel am Zug.

Die Stadt Köln wundert sich über eine Aussage von NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) zum geplanten Standort des neuen Casinos in Deutz und sieht stattdessen das landeseigene Unternehmen Westspiel am Zug. Anne Luise Müller, Leiterin des Stadtplanungsamtes, sagte der Rundschau: „Wir stehen quasi Gewehr bei Fuß. Aber wir brauchen Input von Westspiel, um Planrecht zu schaffen.“

Zuvor hatte Lienenkämper dem Finanzausschuss des Landes mitgeteilt: „Hinsichtlich der Planungen zur Spielbank Köln hat Westspiel mit der Stadt hinsichtlich der Gestaltung der Fassade und des Baukörpers sowie der Drittverwendungsmöglichkeit nach wie vor keine Einigung erzielt.“ Westspiel hat auch das Grundstück am Ottoplatz noch nicht von der Stadt gekauft, wie berichtet sieht Westspiel erhebliche Probleme mit dem Baugrund, der Standort steht zumindest auf der Kippe.

Das geplante Casino in Köln entwickelt sich damit immer mehr zur unendlichen Geschichte, dabei sollte es mit bis zu 400 000 Besuchern pro Jahr mal das größte Deutschlands werden, ursprünglich sogar schon mal 2015 eröffnen (siehe Info-Kasten „Historie“). Streitpunkte sind dabei seit gut einem Jahr vor allem die Fassadengestaltung der neuen Spielbank sowie eine mögliche anderweitige Nutzung (wir berichteten), dabei handelt es sich um die von Lienenkämper genannte Drittverwendung. Allerdings ist nach Rundschau-Informationen eher die im Mai 2018 beschlossene Privatisierung von Westspiel die Ursache für die Hängepartie, das Unternehmen gehört der landeseignen NRW-Bank. Westspiel teilte fast denselben Wortlaut wie Lienenkämper mit: „Bezüglich der Planungen zur Spielbank Köln setzt Westspiel die Gespräche mit der Stadt Köln hinsichtlich der Gestaltung der Fassade und des Baukörpers sowie der Drittverwendungsmöglichkeit fort.“

Zwar hatte ein Architekturwettbewerb Ende 2016 das Büro „AIP“ zum Sieger gekürt, doch der Entwurf sorgte im Rathaus nicht für Begeisterungsstürme, Westspiel sollte nacharbeiten. Laut Müller kam das Unternehmen der Bitte nach, allerdings in einer „missverständlichen Form“, letztlich soll es eine Mischung aus erstem und zweitem Preis des Wettbewerbs präsentiert haben. Den zweiten Platz hatte damals „Allmann Sattler Wappner“ belegt. Eine weitere Überarbeitung soll noch folgen, die Stadt wartet darauf.

Das zweite Problem: Die Verwaltung besteht laut Müller auf einem festgelegte Zweck im Bebauungsplan für das Grundstück, er lautet „Spielcasino, Gastronomie und verwaltungserforderliche Nutzungen“. Westspiel bevorzugt aber wohl, das offenzulassen, möglicherweise als Option, falls das Casino nicht wie erhofft läuft und beispielsweise als Bürohaus genutzt werden soll. Dann könnte das Unternehmen es anders nutzen. Laut Detlef Fritz, Leiter des Liegenschaftsamtes, besteht grundsätzlich Einigung über den Verkauf, aber das Drittverwertungsrecht müsse noch geklärt werden. Fritz sagte der Rundschau: „Das ist ein wichtiger Bauplatz, den haben wir jetzt angepackt, dann sollte dort auch irgendwann etwas geschehen.“

Wie berichtet, betreibt Westspiel aktuell vier Casinos, und zwar in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund und Duisburg. Eigentlich sollte ein fünftes in Köln folgen, so hatte es die Landesregierung 2013 beschlossen. 2018 sollte es losgehen, 2021 stehen, ab dann ein kräftiger Umsatzbringer sein, um Westspiels Bilanz aufzuhübschen. Der Zeitplan ist längst passé.

Privatisierung von Westspiel

CDU-Finanzminister Lutz Lienenkämper hat Spekulationen über die Ausweitung der Spielbanken in NRW von vier auf bis zu 16 zurückgewiesen. Das sei „ausdrücklich nicht Ziel des Ministeriums“. Wie die Rundschau berichtet hatte, gibt es Arbeitspapiere, in denen davon die Rede ist. So soll die finanziell angeschlagene Westspiel-Gruppe möglicherweise für die Privatisierung aufgehübscht werden, die Gauselmann-Gruppe ist interessiert.

Auch die diskutierte Erlaubnis für die bislang verbotenen Online-Casinos wies Lienenkämper zurück, der geltende erste Glücksspielvertrag untersage das. Allerdings verhandeln die Länder gerade einen Nachfolger. (mhe)

Casino-Historie

Oktober 2012:

Land NRW beschließt, fünfte Casino-Lizenz zu vergeben.

Januar 2013:

Köln wird neue Heimat. Geplante Eröffnung ist 2015.

Februar 2014:

Westspiel bevorzugt die Cäcilienstraße als Standort.

Januar 2015:

Projekt verzögert sich, Messe-City als neuer Standort?

Januar 2016:

Ottoplatz als neuer Standort.

Dezember 2016:

Architektur entschieden, 2021 soll Casino eröffnen.

Januar 2018:

Abrücken von Deutz, Probleme mit dem Baugrund.

Mai 2018:

Land beschließt Verkauf und Privatisierung Westspiels.

Detlef Fritz,

Leiter Liegenschaftsamt

 

nach oben

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Köln-Deutz-Extra / Homepageinhaber und inhaltlich Verantwortlicher Volker Dennebier 2011