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Deutzer Bahnhof

Köln-Deutz. 04.05.2015 Schrei nach Veränderung

Tunnel am Deutzer Bahnhof seit Jahren ein Schandfleck - Besserung nicht in Sicht

VON INGO SCHMITZ Kölnische Rundschau 04.05.2015

Nun schon seit zwei Jahren steigt Pawel Dydak fast täglich in die S-Bahn am Bahnhof Deutz, um seinen Arbeitsplatz in Düsseldorf zu erreichen. Weil er im Schichtbetrieb arbeitet, ist er zu allen Zeiten unterwegs. Mit der Schicht und der Bahnfahrt hat sich der gebürtige Pole arrangiert. Woran er sich aber nicht gewöhnen kann, das sind die Zustände am Tunnel Lenneper Straße.

Köln ist seine Wahlheimat. Nach Düsseldorf, näher zur Arbeitsstelle ziehen, das kam für ihn nicht in Frage: "Düsseldorf ist doch nicht schön." Köln sei schöner - mit Ausnahme des Tunnels zwischen Lenneper und Opladener Straße. "Das Erste, das ich nach Köln nachholte, war mein Fahrrad", sagt Pawel Dydak. Er sollte es bereuen. "Erst wurde der Sattel zerschnitten, dann die Lampen abgerissen." Er hätte ja noch verstehen können, wenn es geklaut worden wäre, aber einfach zerstören. . . Sein Einwand wurde erhört. Eines Tages war das Rad weg.

Pawel Dydak nutzte zum Abstellen seines Rades die Ständer unter dem Treppenaufgang. Unter dem Podest ist es dunkel, die Seite zum Fußgängerbereich hin ist sichtgeschützt durch Fahrkartenautomaten - als hätten es Diebe so eingerichtet. Warum nutzte er nicht andere Fahrradständer? Weil rund um die anderen Ständer Urinpfützen Wellen schlagen. "Allabendlich versammelten sich Gruppen Jugendlicher auf dem Spielplatz am Tunnelausgang. Dann kreist die Flasche", benennt Dydak die Quelle. Dazu kommt ein Aggressionspotenzial, das er beängstigend findet. Die Aufzählung der Missstände kann er noch mit defekten Rolltreppen und Aufzügen komplettieren.

Seit zwei Jahren hadert der Wahlkölner nunmehr mit den Zuständen am und im Tunnel. Was er nicht weiß, die Probleme existieren schon viel länger - und wenig deutet auf Verbesserung hin.

"Seit mindestens sieben Jahren besteht dringender Handlungsbedarf", sagt Bezirksbürgermeister Andreas Hupke. Damals sei die Wohnbebauung an der Lenneper Straße abgerissen worden. Der Spielplatz sei ein Überbleibsel. "Das Grundstück muss endlich mal bebaut werden, damit ein ansehnliches Umfeld mit sozialer Kontrolle entsteht", fordert der Politiker. "Die Zustände dort schreien nach Veränderung."

Der Schrei müsste bei der Strabag Real Estate ankommen. Das Unternehmen hat die Freifläche gekauft, um die Messe-City zu entwickeln. Ideen gibt es viele. Das Kasino könnte hier Platz finden, vielleicht zieht die Zurich-Versicherung hierhin. Konkret ist das nicht. Messechef Gerald Böse will nicht mehr warten, bis irgendwas konkret werden könnte. Bereits vor zwei Jahren hat er auf Rechnung der Messe Schadstellen im Tunnel streichen lassen. Nun will er erneut Handwerker zum Entree der Messehallen schicken. "Im Vorfeld großer Messen wollen wir dort noch mal streichen und auch kräftig putzen lassen, bestätigt Messesprecher Guido Gudat.

Zuständig für den Tunnel ist die Stadt. "Wir haben auch mal Maler da durch geschickt", sagt Gerd Neweling, Leiter des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau. Vor einem Jahr hatte die Stadt einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Der Sieger gewann mit einem Plan zur vollständigen Umgestaltung des Bauwerks. Und wann wird das umgesetzt? "Nun, ja, wir sind in Haushaltsberatungen. Und es steht wirklich nicht gut um die Finanzen. Aber die Pläne für den Tunnel liegen ziemlich oben auf dem Stapel", sagt der Amtsleiter. Die Bahn ist zuständig für die Rolltreppen und Aufzüge. Der Deutzer Bahnhof gehört zu den 100 Stationen, die als nächste saniert werden sollen. Wann? Das stehe noch noch nicht fest, ist die Antwort

 

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