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Kölnische Rundschau 05.04.2022 Neubaugebiet stockt – 68 Prozent mehr Hausfläche – Stadt sieht Qualitätsmängel

Wird Mülheim-Süd zur Betonwüste?

 

Von Matthias Hendorf

Der Umbau der alten Industrieflächen im Mülheimer Süden zum Quartier für tausende Menschen kommt seit Jahren nicht voran – und die immer wieder veränderten Wünsche der Investoren gefährden laut Stadt die städtebauliche Qualität. Entwickelt sich eines der größten Kölner Neubaugebiete also zur Betonwüste, damit die Investoren mehr bauen können, um die hohen Kaufpreise der Grundstücke reinzuholen und mehr Geld zu machen? In einem Gebiet, in dem viele frühere Hallen unter Denkmalschutz stehen, die zum kulturellen Erbe der Stadt gehören (siehe Info-Text)?

Seit dem Werkstattverfahren 2013 haben die Investoren die Bruttogeschossfläche der geplanten Häuser um 68 Prozent auf 713 000 Quadratmeter hochgeschraubt. Das bringt mehr Wohnungen (plus 220 Prozent), geht aber zu Lasten der Freiflächen, der grünen Wegeverbindungen, des Denkmalschutzes und der Position der Hochhäuser. So urteilt die Verwaltung in einer Analyse für den Stadtrat.

Die Stadt sagte: „Die wechselnden Eigentümer und in Teilen divergierenden Projektziele führten dazu, dass das Ergebnis des Werkstattverfahrens zum Teil erheblich verändert wurde. Trotz einer deutlichen Steigerung der Baumasse konnten die qualitativen Ziele nicht im gleichen Maß aufrechterhalten werden.“ Frei übersetzt aus dem Behördendeutsch heißt das: Es wird größer, aber weniger schön.

Deshalb hat die Stadt voriges Jahr eine ständige Jury gegründet, sie soll sicherstellen, dass die städtebauliche Qualität gewährleistet wird – acht Jahre nachdem das Werkstattverfahren beendet war. Auch ein Gestaltungsleitfaden ist in Arbeit. Beides sind Indizien, dass die Verwaltung nach vielen Jahren die Einsicht gewonnen hat, dass es wie bislang nicht weitergehen kann. Ein Beteiligter des gesamten Verfahrens sagte am Montag: „Eigentlich müsste die Stadt jetzt die Reißleine ziehen und zurück auf Los gehen.“ Also auf die Pläne von 2013.

Doch das würde weitere Jahre kosten – obwohl der Bau sich ja jetzt schon seit Jahren verzögert, weil Grundstücke den Besitzer wechseln, es Klagen gibt, die Werft im Hafen ihren nächtlichen Betrieb gesichert wissen will. Mülheims Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs (SPD) sagte am Montag: „Irgendwie geht da nichts richtig voran.“

Aber warum ist es möglich, dass so wenig im Mülheimer Süden passiert? Unter anderem Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) nennt das Gebiet stets, wenn es um neue Wohnungen geht. Muss die Verwaltung nicht strenger sein, die Investoren stärker kontrollieren? Baudezernent Markus Greitemann sagte am Montag: „Meine Geduld ist an der Ecke am Ende.“ Insgesamt gibt es laut Stadt sieben Bebauungspläne, ein Teil ist schon aufgestellt, ein Teil folgt noch. Greitemann sagte: „In den bestehenden Verfahren schauen wir, was rechtlich möglich ist, in den neuen werden wir noch restriktiver sein.“

Ein Beispiel ist „Cologneo I“: 2018 hat die Stadt die Baugenehmigung für die CG Gruppe ausgestellt, doch mittlerweile hat sich die Situation geändert: Ein Teil gehört nun CG Elementum, der neuen Firma von Christoph Gröner (CG), der andere Teil gehört unter

anderem Consus Real Estate, einer Tochtergesellschaft der Adler Group. Die steht im Fokus aufgrund von Vorwürfen, sie setze zu hohe Immobilienwerte in den Bilanzen ein. Die Firma weist das zurück, es läuft aber eine Sonderuntersuchung.

Die Stadt urteilte zu „Cologneo I“: „Die Bauarbeiten auf den Baufeldern an der Deutz-Mülheimer Straße ruhen augenscheinlich seit mehreren Wochen.“ Kann die Verwaltung dann nicht tätig werden? Sie sagte: „Die Stadt Köln hat nach Erteilen der Baugenehmigungen jedoch keinen weiteren Einfluss auf den Baubeginn oder Baufortschritt der einzelnen Vorhaben.“

Das Unternehmen selbst begründet die Verzögerungen mit Material- und Personalknappheit sowie gestörten Lieferketten aufgrund der Pandemie. Eine Sprecherin wies auf laufende Baumaßnahmen im südlichen Teil des Gebietes hin.

Der frühere Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) hatte 2014 gesagt: „Die Umsetzung der Ideen der Eigentümer soll zeitnah erfolgen.“ Das ist jetzt acht Jahre her.

Markus Greitemann,

Baudezernent

Das ist der Mülheimer Süden

100 Fußballfelder groß ist umgerechnet das Gebiet des Mülheimer Südens. Früher produzierte dort unter anderem Nicolaus August Otto den gleichnamigen Motor, auch Deutz war hier aktiv. Mittlerweile ist die Fläche auf mehrere Besitzer aufgeteilt, im Laufe der Jahre wechselten die Eigentümer. In dem Gebiet sollen Wohnungen, Arbeitsplätze und Kultureinrichtungen gebaut werden, eine Bahn soll Messe und Wiener Platz verbinden. (mhe)

Alle Rechte kadawittfeldarchitektur gmbh

Deutz, 27.05.2017

Pläne für das Bauprojekt „Cologneo I“ auf dem ehemaligen KHD-Gelände vorgestellt

VON HOLGER HOECK Kölnische Rundschau 26.05.2017

Spätestens ab 2021 wird der zwischen Mülheimer Hafen, Rheinboulevard und der Messe Köln gelegene Standort noch lebendiger und vielfältiger. Aktuell entwickelt der Eigentümer des Geländes, die CG Gruppe AG, hier ein neues Quartier, das dann für Studenten, junge Familien, Unternehmer und jung gebliebene Senioren zur neuen Heimat werden soll. Die Pläne dazu wurden nun in den Räumen des Unternehmens an der Deutz-Mülheimer Straße 129 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Für ein Investitionsvolumen von annähernd 350 Millionen Euro soll „Cologneo I“ entstehen. „Wir möchten auf einer Wohnfläche von fast 34 000 Quadratmetern rund 500 Klein- und Großwohnungen mit 1500 Pkw-Stellplätzen schaffen. Ferner soll sich auf einer Nutzungsfläche von 60 000 Quadratmetern unterschiedliches Gewerbe ansiedeln“, erläutert CG-Vorsitzender und Namensgeber Christoph Gröner. Er zeigt sich zuversichtlich, die anvisierte Zielmiete von durchschnittlich 14 Euro pro Quadratmeter erreichen zu können. „Unser Motto lautet: Günstig, intelligent, ökologisch, zukunftsweisend. Unter günstig verstehen wir, bezahlbaren Wohnraum zu errichten, so dass sich niemand in seinem Lebensstil einschränken muss.“ Um die Infrastruktur auch für Anwohner der Deutz-Mülheimer-Straße und der benachbarten Stegerwaldsiedlung zu verbessern, soll ein Nahversorgungszentrum entstehen, von dem auch die Mitarbeiter der geplanten Bürogebäude, eines Hostels und der sechszügigen Kindertagesstätte profitieren sollen. „Die Kita in der ehemaligen ,Villa Charlier’ ist das erste Gebäude, das wir, pünktlich zum Schuljahr 2018/19, eröffnen wollen“, sagt die projektverantwortliche Niederlassungsleiterin Birgit Schafranitz.

Um die Bedeutung des Standorts deutscher Industrie-geschichte zu wahren, sollen auch nicht unter Denkmal-schutz stehende Gebäude möglichst erhalten bleiben.„Das Gelände ist Teil der Kölner Stadtgeschichte. Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst und möchten daher dem Standort seine Identität lassen. Altes mit Neuem zu verbinden, lautet unsere Devise“, betont Gröner. Sofern es die Statik der Altbauten nach der Sanierung zulässt, sind auch Aufstockungen nicht ausgeschlossen. Dominique Peer Steiner, Mitarbeiter im Stadtplanungs-amt, zeigte sich über die Initiative des Unternehmens erfreut. „Köln hat viele Brachen und ungenutzte Gebiete. Wir sind froh, diese Gebäude durch das Engagement der CG Gruppe erhalten zu können und zudem dringend notwendigen Wohnraum zu schaffen.“ Der frühere Geländeeigentümer Helmut Raßfeld, heute selbstständiger Projektentwickler, wies jedoch auf die dringend notwendige Optimierung der Verkehrsanbindung hin. „Wir sollten nicht für noch eine zusätzliche Belastung der mit Autos überfüllten Innenstadt sorgen. Um für eine Entlastung einen Beitrag zu leisten, muss hier eine Straßenbahn- oder zumindest Busverbindung geschaffen und das Radfahrnetz ausgebaut werden. Auch über E-Mobilität und Modelle wie die gemeinsame Nutzung eines Autos durch mehrere Haushalte sollte nachgedacht werden“, so Raßfeld.

Ausschnitt aus Kölner Stadtanzeiger vom 20.02.2017 ( von Uwe Schäfer )

Mülheimer Süden Entwicklungsgebiet der ehemaligen Deutz AG wird „Otto-Langen-Quartier"

Mülheim - Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass ein Teil des neuentstehenden Mülheimer Südens - das Entwicklungsgebiet der ehemaligen Gießerei der Deutz AG - die Bezeichnung „Otto-Langen­Quartier" erhalten soll.

Damit entsprachen die Eigentümer wie NRW Urban, die Politik und Vertreter der Deutz AG Forderungen von Denkmalpflegern und Bürgern. Diese machten darauf aufmerksam, dass gerade auf dem Areal die „Wiege der weltweiten Motorisierung" stand.

Ursprünglich planten beteiligte Architekten und der Eigentümer des größten Anteils der Fläche NRW Urban, das Areal nach dem Berliner Architekten Bruno Möhring zu benennen.

Foto Volker Dennebier

03.04.2017 Mülheim Süd /Cologneo I. Die ersten Arbeiten haben begonnen.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Köln-Mülheim deutsche Industriegeschichte geschrieben. Das Gelände, auf dem einst rd. 33.000 Menschen Motoren, Maschinen und Industrieanlagen für den Weltkonzern Klöckner-Humboldt-Deutz fertigten, ist heute ein kreativer Hotspot, auf dem 250 Künstler, Musiker und Designer sowie Handwerker arbeiten. In Zukunft wird der zwischen Mülheimer Hafen, Rheinboulevard und der Messe Köln gelegene Standort noch lebendiger und vielfältiger: Bis 2020 entwickelt die CG Gruppe hier ein neues Quartier, das neben den alteingesessenen Kreativen auch Studenten, junge Familien, Start-up Unternehmern und jung gebliebenen Silver Agern Raum bieten wird.

Geplant sind neben Wohnungen verschiedener Größen ein Hostel, Gastronomie, Regional- und Kunstmärkte, Coworking-Spaces für Startup-Unternehmen, Galerien, Designläden sowie ein Parkhaus mit Urban Gardening. Wo einst der Grundstein der Motorisierung gelegt wurde, sind heute die Künstler der Motor, der die Entwicklung der Rheinuferzone vorantreiben wird. Text CG Gruppe

Cologneo I

KÜNSTLERISCH INSPIRIERT

Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Köln-Mülheim deutsche Industriegeschichte geschrieben. Das Gelände, auf dem einst rd. 33.000 Menschen Motoren, Maschinen und Industrieanlagen für den Weltkonzern Klöckner-Humboldt-Deutz fertigten, ist heute ein kreativer Hotspot, auf dem 250 Künstler, Musiker und Designer sowie Handwerker arbeiten. In Zukunft wird der zwischen Mülheimer Hafen, Rheinboulevard und der Messe Köln gelegene Standort noch lebendiger und vielfältiger: Bis 2020 entwickelt die CG Gruppe hier ein neues Quartier, das neben den alteingesessenen Kreativen auch Studenten, junge Familien, Start-up Unternehmern und jung gebliebenen Silver Agern Raum bieten wird.

Geplant sind neben Wohnungen verschiedener Größen ein Hostel, Gastronomie, Regional- und Kunstmärkte, Coworking-Spaces für Startup-Unternehmen, Galerien, Designläden sowie ein Parkhaus mit Urban Gardening. Wo einst der Grundstein der Motorisierung gelegt wurde, sind heute die Künstler der Motor, der die Entwicklung der Rheinuferzone vorantreiben wird.

Text CG Gruppe

Animation CG Gruppe

Mülheim-Süd und Mülheimer Hafen in Köln-Mülheim, 216. Änderung des Flächennutzungsplans.

Information zur Planung

Mittels eines städtebaulichen Werkstattverfahrens wurde das Planungskonzept "Mülheimer Süden inklusive Hafen" entwickelt, das eine städtebauliche und freiraumplanerische Perspektive für dieses große Konversionsgebiet aufzeigt. Durch die Mischnutzung sowie die Schaffung einer neuen Ortsmitte mit ansprechender Platzgestaltung soll ein belebtes und urbanes Quartier - so das Ergebnis aus dem Werkstattverfahren - entstehen.  

Im rechtskräftigen Flächennutzungsplan (FNP) ist der Änderungsbereich überwiegend als Industriegebiet (GI) dargestellt. Im nordöstlichen Bereich entlang der Deutz-Mülheimer Straße ist ein schmaler Streifen als Gewerbegebiet (GE) dargestellt.  

Zur Realisierung bedarf es der Schaffung planungsrechtlicher Voraussetzungen auf der Ebene der vorbereitenden Bauleitplanung. Die vorliegende Änderung überträgt die Ergebnisse der vorangegangenen Beteiligungs- und Werkstattverfahren in eine bauleitplanerische Darstellung.  

Zur anschließenden Schaffung des Baurechts werden aus dieser FNP-Änderung für die einzelnen Quartiere Bebauungspläne aufgestellt (Lindgens-Areal, Euroforum West, Deutz-Areal, Gießerei-Gelände), die sich in unterschiedlichen Verfahrensständen befinden und durch diese FNP-Änderung in ihrem stadträumlichen Kontext dargestellt werden. Für das Lindgens-Areal ist eine singuläre Änderung des FNP (208. Änderung) in Vorbereitung. Im landseitigen Änderungsbereich sind die Voraussetzungen für eine gemischte Nutzung aus Wohnen und nicht störendem Gewerbe zu schaffen. Entsprechend soll der Großteil des Änderungsbereichs künftig als gemischte Baufläche (M) nach § 1 Absatz 1 BauNVO dargestellt werden.  

Für den Mülheimer Hafen wird die besondere Bedeutung für die Binnenschifffahrt und Bundeswasserstraße als Schutzhafen, Liegeplatz und Werft-Facilitäten durch eine Darstellung als Sonderbaufläche mit Zweckbestimmung dokumentiert.

Stadt Köln
Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

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