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Foto Volker Dennebier,

Deutz, Kölnische Rundschau, 25.10.2019,Von Matthias Hendorf,

Das neue Hochhaus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) am Bahnhof Messe/Deutz kostet statt 146,43 Millionen Euro 195,65 Millionen Euro. Da die Vergaben der Bauarbeiten aber erst 2020 und 2021 beginnen und die Preise ziemlich sicher bis dahin steigen, geht der LVR sogar anhand einer Vorausrechnung von Kosten in Höhe von 223 Millionen Euro aus, ein Plus von 52,29 Prozent. Diese Zahlen finden sich in einem nicht-öffentlichen Papier der LVR-Spitze vom 6. März 2019, es liegt der Rundschau vor.

Im August hatte eine LVR-Sprecherin auf Anfrage mitgeteilt, dass aufgrund der laufenden Planungen noch keine „konkrete Aussage zu den Kosten getroffen werden“ kann. Am Donnerstag konnte der LVR sich kurzfristig nicht zu dem Thema äußern. Wichtigster Grund für die massive Steigerung: Die Planer sind weiter ins Detail gegangen, die sogenannte Vorentwurfsplanung liegt vor. Zudem waren die 146,43 Millionen Euro eine Schätzung.

Auch der Einzug in das neue Haus Ende 2024 ist laut des Papiers mit Stand März 2019 nicht mehr zu halten. Schon im Januar 2019 betrug die Verzögerung 15 Monate. „Eine Kompensation dieser Verzögerung ist in den weiteren Planungsphasen realistisch nicht zu erzielen“, schreibt der LVR. Es könnte also durchaus 2026 sein, wenn bis zu 1000 Mitarbeiter dort einziehen.

Der Fall ähnelt der Sanierung des WDR-Filmhauses an der Nord-Süd-Fahrt: Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Sender mitgeteilt, dass die Kosten von 130 auf 240 Millionen Euro steigen, statt 2020 öffnet das Haus erst 2024.

Der LVR hat das 15-stöckige Hochhaus am Ottoplatz am 1. Oktober 1986 von Ford gekauft, dort arbeiten rund 620 Angestellte. Der LVR ist ein Kommunalverband der kreisfreien Städte und Kreise im Rheinland sowie der Städteregion Aachen, er übernimmt beispielsweise Aufgaben in der Kulturpflege wie den Denkmalschutz oder im Gesundheitswesen. Zwar entfernten Experten in den 1990er-Jahren schon mal gesundheitsgefährdenden Asbest in dem Haus, aber mittlerweile ist das Gebäude wieder ein Sanierungsfall, unter anderem sind weitere Schadstoffe gefunden worden. Und der LVR braucht mehr Platz. Also soll das Hochhaus abgebrochen werden, die Mitarbeiter interimsweise anderswo untergebracht sein und ein neues Haus an der selben Stelle wachsen. Eine Jury hatte am 21. Februar 2017 den Entwurf der Architekten von „kadawittfeldarchitektur“ ausgewählt, bis zu 69,5 Meter hoch. Der LVR hatte nach Kritik der Anwohner danach die Tiefgarageneinfahrt verlegt und die Bürgersteige verbreitert (wir berichteten).

Allein der aufwendigere Abbruch aufgrund der Schadstoffe ist nun mit 4,61 Millionen Euro Mehrkosten veranschlagt, die gestiegenen Baupreise mit 10,66 Millionen Euro. Trotz der etlichen Millionen Euro mehr ist laut LVR-Rechnung der Neubau immer noch wirtschaftlicher als eine Sanierung samt Ausbaus – weil diese Variante nicht genügend Platz böte, andere Räume außerhalb des Hauses für mehrere Millionen Euro gemietet werden müssten.

Noch sind aber laut des Papiers auch die 223 Millionen Euro nicht gesichert, weil weitere Planungen anstehen. „Weitere Untersuchungen und Erkenntnisse in den nächsten Planungsphasen können [mit] Verschiebungen, Erhöhungen oder Reduzierungen einhergehen.“ Gleich im nächsten Satz steht, dass Unvorhergesehenes zu höheren Kosten führen kann. Der Landschaftsverband baut das Haus selbst und verzichtet auf einen Investor, der es für ihn baut und an ihn vermietet, das hat eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergeben.

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