www.koeln-deutz-extra.de
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Foto Volker Dennebier,

Deutz, Kölnische Rundschau, 25.12.2019,

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) verzichtet beim Abbruch des 54 Meter hohen LVR-Hochhauses am Ottoplatz in Deutz auf eine Sprengung. Das teilte der LVR am Montag mit: „Eine Sprengung kommt aufgrund der dichten Bebauung im Umfeld und der zu erwartenden Erschütterungen sowie der Staubentwicklung nicht in Betracht.“ Bis 2025 soll das neue Hochhaus (69,5 Meter) für bis zu tausend Mitarbeiter stehen, ab Februar 2020 ziehen die aktuell rund 600 Mitarbeiter übergangsweise in Interimsbüros, der Rückbau beginnt Anfang 2021.

Der Landschaftsverband bestätigte am Montag auch erstmals, dass der Neubau an derselben Stelle statt wie ganz zu Beginn geschätzt 146,3 Millionen Euro nun voraussichtlich 223 Millionen Euro kostet. Das hatte die Rundschau am 25. Oktober exklusiv vermeldet. Weitere Kostensteigerungen sind aber möglich, da noch nicht alle Arbeiten ausgeschrieben sind. Am 18. Februar will die LVR-Spitze die genauen Kosten den Politikern zur Entscheidung vorlegen. Laut Landschaftsverband ist ein Neubau weiter wirtschaftlicher als eine Sanierung des Hauses von 1954. (mhe)

Foto Volker Dennebier,

Deutz, Kölnische Rundschau, 25.10.2019,Von Matthias Hendorf,

Das neue Hochhaus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) am Bahnhof Messe/Deutz kostet statt 146,43 Millionen Euro 195,65 Millionen Euro. Da die Vergaben der Bauarbeiten aber erst 2020 und 2021 beginnen und die Preise ziemlich sicher bis dahin steigen, geht der LVR sogar anhand einer Vorausrechnung von Kosten in Höhe von 223 Millionen Euro aus, ein Plus von 52,29 Prozent. Diese Zahlen finden sich in einem nicht-öffentlichen Papier der LVR-Spitze vom 6. März 2019, es liegt der Rundschau vor.

Im August hatte eine LVR-Sprecherin auf Anfrage mitgeteilt, dass aufgrund der laufenden Planungen noch keine „konkrete Aussage zu den Kosten getroffen werden“ kann. Am Donnerstag konnte der LVR sich kurzfristig nicht zu dem Thema äußern. Wichtigster Grund für die massive Steigerung: Die Planer sind weiter ins Detail gegangen, die sogenannte Vorentwurfsplanung liegt vor. Zudem waren die 146,43 Millionen Euro eine Schätzung.

Auch der Einzug in das neue Haus Ende 2024 ist laut des Papiers mit Stand März 2019 nicht mehr zu halten. Schon im Januar 2019 betrug die Verzögerung 15 Monate. „Eine Kompensation dieser Verzögerung ist in den weiteren Planungsphasen realistisch nicht zu erzielen“, schreibt der LVR. Es könnte also durchaus 2026 sein, wenn bis zu 1000 Mitarbeiter dort einziehen.

Der Fall ähnelt der Sanierung des WDR-Filmhauses an der Nord-Süd-Fahrt: Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Sender mitgeteilt, dass die Kosten von 130 auf 240 Millionen Euro steigen, statt 2020 öffnet das Haus erst 2024.

Der LVR hat das 15-stöckige Hochhaus am Ottoplatz am 1. Oktober 1986 von Ford gekauft, dort arbeiten rund 620 Angestellte. Der LVR ist ein Kommunalverband der kreisfreien Städte und Kreise im Rheinland sowie der Städteregion Aachen, er übernimmt beispielsweise Aufgaben in der Kulturpflege wie den Denkmalschutz oder im Gesundheitswesen. Zwar entfernten Experten in den 1990er-Jahren schon mal gesundheitsgefährdenden Asbest in dem Haus, aber mittlerweile ist das Gebäude wieder ein Sanierungsfall, unter anderem sind weitere Schadstoffe gefunden worden. Und der LVR braucht mehr Platz. Also soll das Hochhaus abgebrochen werden, die Mitarbeiter interimsweise anderswo untergebracht sein und ein neues Haus an der selben Stelle wachsen. Eine Jury hatte am 21. Februar 2017 den Entwurf der Architekten von „kadawittfeldarchitektur“ ausgewählt, bis zu 69,5 Meter hoch. Der LVR hatte nach Kritik der Anwohner danach die Tiefgarageneinfahrt verlegt und die Bürgersteige verbreitert (wir berichteten).

Allein der aufwendigere Abbruch aufgrund der Schadstoffe ist nun mit 4,61 Millionen Euro Mehrkosten veranschlagt, die gestiegenen Baupreise mit 10,66 Millionen Euro. Trotz der etlichen Millionen Euro mehr ist laut LVR-Rechnung der Neubau immer noch wirtschaftlicher als eine Sanierung samt Ausbaus – weil diese Variante nicht genügend Platz böte, andere Räume außerhalb des Hauses für mehrere Millionen Euro gemietet werden müssten.

Noch sind aber laut des Papiers auch die 223 Millionen Euro nicht gesichert, weil weitere Planungen anstehen. „Weitere Untersuchungen und Erkenntnisse in den nächsten Planungsphasen können [mit] Verschiebungen, Erhöhungen oder Reduzierungen einhergehen.“ Gleich im nächsten Satz steht, dass Unvorhergesehenes zu höheren Kosten führen kann. Der Landschaftsverband baut das Haus selbst und verzichtet auf einen Investor, der es für ihn baut und an ihn vermietet, das hat eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergeben.

Deutz, 27.07.2017

Ein weiterer Schritt zum LVR-Neubau
VON NORBERT RAMME Aus Kölner Stadtanzeiger 27.07.2017
WETTBEWERB Aachener Architektur-Büro auch mit der Ausführung beauftragt. Der erste Preisträger des Architekturwettbewerbs für den geplanten Neubau des Bürohochhaus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) am Ottoplatz, das Aachener Büro "kadawittfeldarchitektur" des aus Österreich stammenden Kilian Kada und seiner Partner Stefan Haass und Dirk Lange, ist nun auch mit den Architektenleistungen und der Ausführung beauftragt worden. Das ist nicht immer so. Nach einem Wettbewerb werden auch die Zweit- und Drittplatzierten - hier Büros aus Hamburg und Berlin - noch einmal mitbewertet und begutachtet.

Rund vier Monate nach dem Ende des Wettbewerbs hat der Landschaftsausschuss den Mitarbeitern von "kadawittfeldarchitektur" in dem mehrstufigen Verhandlungsverfahren den Zuschlag erteilt, da dieses Büro auch das wirtschaftlichste Angebot vorlegte. "Die haben eine hervorragende Arbeit abgeliefert", erklärte der LVR. Auszug aus Artikel

LVR-Direktorin Ulrike Lubek, Vorsitzender der JuryProf. Jörg Aldinger

21. Februar 2017 | Der LVR

 
Siegerentwürfe zur Neubebauung am Ottoplatz
Europaweiter Architekturwettbewerb abgeschlossen / Jury präsentiert drei Entwürfe zur Gestaltung des LVR-Neubaus in Köln-Deutz

Köln, 21. Januar 2017. Der Architekturwettbewerb zum Neubau des LVR-Hauses am Ottoplatz in Köln-Deutz ist in der gestrigen Sitzung eines Preisgerichtes entschieden worden. Im März letzten Jahres hatte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Wettbewerbsverfahren nach Gesprächen mit der Stadt Köln der Fortführung des Bebauungsplanverfahrens vorangestellt. Ziel dieses seit dem 7. September 2016 laufenden europaweiten Wettbewerbs war: „In Anbindung an den neugestalteten Bahnhofsvorplatz eine einprägsame Stadtteilsilhouette und eine hohe Qualität des öffentlichen Raumes zu schaffen“, so LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

Die drei Siegerentwürfe wurden im Landeshaus in Köln-Deutz gestern erstmals präsentiert. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Jörg Aldinger (Stuttgart) hat sich entschieden, den Entwurf des Architekturbüros kadawittfeldarchitektur aus Aachen mit dem ersten Preis auszuzeichnen. Mit den Architekturbüros des Siegerentwurfes sowie der zwei weiteren Entwürfe wird der LVR nun ein Verhandlungsverfahren durchführen. Letztlich fällt in diesem Verfahren die Entscheidung für einen Entwurf, der dann realisiert wird.

Lubek: „Der Architekturwettbewerb ermöglicht für dieses große innerstädtische Bauprojekt zu einem frühen Zeitpunkt ein großes Maß an Transparenz – für die Bürgerinnen und Bürger genauso wie für die LVR-Mitarbeitenden, die dort arbeiten werden. Wir freuen uns nun auf eine architektonisch attraktive und städtebaulich verträgliche Lösung.“

In einer mehrstündigen Sitzung wählte die 31-köpfige Jury drei aus insgesamt 21 eingereichten Entwürfen von Architekturbüros aus Deutschland und den Niederlanden. Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung des LVR und der Stadt Köln sowie Architektinnen und Architekten zusammen. Auch der Baudezernent der Stadt Köln, Franz-Josef Höing, gehörte der Jury an.

Die drei Siegerentwürfe zeichnen sich durch eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung des Standortes für ein Büro- und Verwaltungsgebäude aus. Die Wettbewerbssumme von insgesamt 365.000 Euro verteilt sich gestaffelt. Das Preisgericht entschied mehrheitlich, die Aufteilung in drei Platzierungen und fünf Anerkennungen vorzunehmen.

Siegerentwürfe

1. Platz: kadawittfeldarchitektur, Aachen (95.000 Euro)

„Als besonderes Merkmal des städtebaulichen Entwurfes schlägt der Verfasser einen an der Opladener Straße gegenüber des Ottoplatzes langgestreckten circa 75 Meter langen Vorplatz vor, hierdurch greift der Entwurf die bisherige stadträumliche Situation auf, widmet den Raum der öffentlichen Nutzung als repräsentativen Vorplatz des LVR. Die Aufenthaltsqualitäten sind noch gestalterisch zu vertiefen, gegebenenfalls unter Einbeziehung einer Café-Gastronomie.

Die Grundrissstaffelung des Hochhausbaukörpers führt am Ottoplatz zu einer wohlproportionierten, schlanken Fassade. Das Hochhaus fußt, für den Betrachter nachvollziehbar, auf dem Vorplatz und bildet die räumliche Fassung dieses neuen Stadtraumes, vis-à-vis des Deutzer Bahnhofs.

Bei der Höhenentwicklung der Mantelbebauung des Hochhauses wurde vom Verfasser auf eine Rückstaffelung der Geschossigkeit verzichtet, aber die Straßenräume der Neuhöfer- und Siegesstraße aufgeweitet um den Abstandsregelungen der Bauordnung zu entsprechen. Dass die Fassadenstruktur des Entwurfes keinen Bezug zu den Bebauungen an der Neuhöfer- und Siegesstraße herstellt wurde im Preisgericht kontrovers diskutiert.

Die Haupterschließung des LVR-Hauses am Ottoplatz erfolgt vom Vorplatz im Norden angemessen proportioniert in ein Atrium, welches die formale Zurückhaltung der Fassadengestaltung aufgibt. Der Anspruch des Leitmotives „Einhaus“ kann hier nicht ganz vom Preisgericht nachvollzogen werden.

Die wohltuend ruhige, elegante Werksteinfassade im Ausbauraster von 1,35 Meter fasst jeweils zwei Geschosse zusammen und gliedert die Hochhausfassade stadträumlich angenehm.“

Die Jury wertet den Entwurf als einen sehr guten Beitrag zum Wettbewerbsverfahren.

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Zahlen und Daten
LVR-Neubau am Ottoplatz
Baugrundstück: ca. 7.340 m2
Gebäudehöhe: bis zu 73 m
Bruttogrundfläche oberirdisch: max. 38.000 m2
mind. 1.000 Büroarbeitsplätze
Bestandsbau:
Fertigstellung: 1966
Architekt: R. Kleinschmidt
Kauf durch den LVR: 1986
Sanierung: 1996
Aufteilung:
o zwei unterirdische Tiefgaragenebenen (210 Stellplätze)
o drei verbindende Sockelgeschosse ·
o zwei Riegel mit drei weiteren Geschossen
o sechzehngeschossiges Hochhaus (Höhe: ca. 54 m, Bruttogrundfläche ca. 6. 750
m2)
Bruttogrundfläche: ca. 29.700 m2 (davon oberirdisch: ca. 18.500 m2 )
75 Stellplätze im Außenbereich
Neubau:
Aufteilung in drei unterschiedliche Gebäudevolumen:
o unterirdisch: zweigeschossige Tiefgarage
o oberirdisch: bis zu siebengeschossige Mantelbebauung
o bis zu 73 m hohes Hochhaus
Vorgegebener Investitionsrahmen vor Wettbewerb:
o grob geschätzt 89,2 Mio. Euro brutto (reine Baukosten)
o grob geschätzt 145 Mio. Euro inklusive der Kosten für Rückbaumaßnahme sowie
sämtliche Bauneben- und Planungskosten
voraussichtlicher Baubeginn: Mitte 2021
voraussichtliche Fertigstellung: 2024

 

 

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