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Deutz, 27.07.2017

Ein weiterer Schritt zum LVR-Neubau
VON NORBERT RAMME Aus Kölner Stadtanzeiger 27.07.2017
WETTBEWERB Aachener Architektur-Büro auch mit der Ausführung beauftragt. Der erste Preisträger des Architekturwettbewerbs für den geplanten Neubau des Bürohochhaus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) am Ottoplatz, das Aachener Büro "kadawittfeldarchitektur" des aus Österreich stammenden Kilian Kada und seiner Partner Stefan Haass und Dirk Lange, ist nun auch mit den Architektenleistungen und der Ausführung beauftragt worden. Das ist nicht immer so. Nach einem Wettbewerb werden auch die Zweit- und Drittplatzierten - hier Büros aus Hamburg und Berlin - noch einmal mitbewertet und begutachtet.

Rund vier Monate nach dem Ende des Wettbewerbs hat der Landschaftsausschuss den Mitarbeitern von "kadawittfeldarchitektur" in dem mehrstufigen Verhandlungsverfahren den Zuschlag erteilt, da dieses Büro auch das wirtschaftlichste Angebot vorlegte. "Die haben eine hervorragende Arbeit abgeliefert", erklärte der LVR. Auszug aus Artikel

LVR-Direktorin Ulrike Lubek, Voorsitzender der JuryProf. Jörg Aldinger

21. Februar 2017 | Der LVR

 
Siegerentwürfe zur Neubebauung am Ottoplatz
Europaweiter Architekturwettbewerb abgeschlossen / Jury präsentiert drei Entwürfe zur Gestaltung des LVR-Neubaus in Köln-Deutz

Köln, 21. Januar 2017. Der Architekturwettbewerb zum Neubau des LVR-Hauses am Ottoplatz in Köln-Deutz ist in der gestrigen Sitzung eines Preisgerichtes entschieden worden. Im März letzten Jahres hatte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Wettbewerbsverfahren nach Gesprächen mit der Stadt Köln der Fortführung des Bebauungsplanverfahrens vorangestellt. Ziel dieses seit dem 7. September 2016 laufenden europaweiten Wettbewerbs war: „In Anbindung an den neugestalteten Bahnhofsvorplatz eine einprägsame Stadtteilsilhouette und eine hohe Qualität des öffentlichen Raumes zu schaffen“, so LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

Die drei Siegerentwürfe wurden im Landeshaus in Köln-Deutz gestern erstmals präsentiert. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Jörg Aldinger (Stuttgart) hat sich entschieden, den Entwurf des Architekturbüros kadawittfeldarchitektur aus Aachen mit dem ersten Preis auszuzeichnen. Mit den Architekturbüros des Siegerentwurfes sowie der zwei weiteren Entwürfe wird der LVR nun ein Verhandlungsverfahren durchführen. Letztlich fällt in diesem Verfahren die Entscheidung für einen Entwurf, der dann realisiert wird.

Lubek: „Der Architekturwettbewerb ermöglicht für dieses große innerstädtische Bauprojekt zu einem frühen Zeitpunkt ein großes Maß an Transparenz – für die Bürgerinnen und Bürger genauso wie für die LVR-Mitarbeitenden, die dort arbeiten werden. Wir freuen uns nun auf eine architektonisch attraktive und städtebaulich verträgliche Lösung.“

In einer mehrstündigen Sitzung wählte die 31-köpfige Jury drei aus insgesamt 21 eingereichten Entwürfen von Architekturbüros aus Deutschland und den Niederlanden. Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung des LVR und der Stadt Köln sowie Architektinnen und Architekten zusammen. Auch der Baudezernent der Stadt Köln, Franz-Josef Höing, gehörte der Jury an.

Die drei Siegerentwürfe zeichnen sich durch eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung des Standortes für ein Büro- und Verwaltungsgebäude aus. Die Wettbewerbssumme von insgesamt 365.000 Euro verteilt sich gestaffelt. Das Preisgericht entschied mehrheitlich, die Aufteilung in drei Platzierungen und fünf Anerkennungen vorzunehmen.

Siegerentwürfe

1. Platz: kadawittfeldarchitektur, Aachen (95.000 Euro)

„Als besonderes Merkmal des städtebaulichen Entwurfes schlägt der Verfasser einen an der Opladener Straße gegenüber des Ottoplatzes langgestreckten circa 75 Meter langen Vorplatz vor, hierdurch greift der Entwurf die bisherige stadträumliche Situation auf, widmet den Raum der öffentlichen Nutzung als repräsentativen Vorplatz des LVR. Die Aufenthaltsqualitäten sind noch gestalterisch zu vertiefen, gegebenenfalls unter Einbeziehung einer Café-Gastronomie.

Die Grundrissstaffelung des Hochhausbaukörpers führt am Ottoplatz zu einer wohlproportionierten, schlanken Fassade. Das Hochhaus fußt, für den Betrachter nachvollziehbar, auf dem Vorplatz und bildet die räumliche Fassung dieses neuen Stadtraumes, vis-à-vis des Deutzer Bahnhofs.

Bei der Höhenentwicklung der Mantelbebauung des Hochhauses wurde vom Verfasser auf eine Rückstaffelung der Geschossigkeit verzichtet, aber die Straßenräume der Neuhöfer- und Siegesstraße aufgeweitet um den Abstandsregelungen der Bauordnung zu entsprechen. Dass die Fassadenstruktur des Entwurfes keinen Bezug zu den Bebauungen an der Neuhöfer- und Siegesstraße herstellt wurde im Preisgericht kontrovers diskutiert.

Die Haupterschließung des LVR-Hauses am Ottoplatz erfolgt vom Vorplatz im Norden angemessen proportioniert in ein Atrium, welches die formale Zurückhaltung der Fassadengestaltung aufgibt. Der Anspruch des Leitmotives „Einhaus“ kann hier nicht ganz vom Preisgericht nachvollzogen werden.

Die wohltuend ruhige, elegante Werksteinfassade im Ausbauraster von 1,35 Meter fasst jeweils zwei Geschosse zusammen und gliedert die Hochhausfassade stadträumlich angenehm.“

Die Jury wertet den Entwurf als einen sehr guten Beitrag zum Wettbewerbsverfahren.

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Zahlen und Daten
LVR-Neubau am Ottoplatz
Baugrundstück: ca. 7.340 m2
Gebäudehöhe: bis zu 73 m
Bruttogrundfläche oberirdisch: max. 38.000 m2
mind. 1.000 Büroarbeitsplätze
Bestandsbau:
Fertigstellung: 1966
Architekt: R. Kleinschmidt
Kauf durch den LVR: 1986
Sanierung: 1996
Aufteilung:
o zwei unterirdische Tiefgaragenebenen (210 Stellplätze)
o drei verbindende Sockelgeschosse ·
o zwei Riegel mit drei weiteren Geschossen
o sechzehngeschossiges Hochhaus (Höhe: ca. 54 m, Bruttogrundfläche ca. 6. 750
m2)
Bruttogrundfläche: ca. 29.700 m2 (davon oberirdisch: ca. 18.500 m2 )
75 Stellplätze im Außenbereich
Neubau:
Aufteilung in drei unterschiedliche Gebäudevolumen:
o unterirdisch: zweigeschossige Tiefgarage
o oberirdisch: bis zu siebengeschossige Mantelbebauung
o bis zu 73 m hohes Hochhaus
Vorgegebener Investitionsrahmen vor Wettbewerb:
o grob geschätzt 89,2 Mio. Euro brutto (reine Baukosten)
o grob geschätzt 145 Mio. Euro inklusive der Kosten für Rückbaumaßnahme sowie
sämtliche Bauneben- und Planungskosten
voraussichtlicher Baubeginn: Mitte 2021
voraussichtliche Fertigstellung: 2024

 

 

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