www.koeln-deutz-extra.de
 www.koeln-deutz-extra.de        

Bau der Freitreppe des Rheinboulevards in Köln Deutz

Baustellenbilder Rheinboulevard UPDATE 25.01.2017

 

Foto Volker Dennebier

Deutz, 28.06.2017 Rheinboulevard: Politik lehnt Kiosk Architekturwettbewerb ab.

Die Kölner Politik drückt beim geplanten Kiosk am Rheinboulevard aufs Tempo. In einer Ratsvorlage fordern sie die Stadtverwaltung auf, auf den geplanten Architekturwettbewerb zu verzichten.

CDU, Grüne und FDP fordern in dem Antrag eine zügige Lösung für den Rheinboulevard. Die SPD war vorher schon gegen ein sogenanntes "Luxus-Büdchen".Schon vor über zwei Jahren hatte der Rat beschlossen, an der neuen Rheintreppe in Deutz eine Verkaufsstelle zu errichten, um die Aufenthaltsqualität der Besucher zu erhöhen. Passiert ist bis jetzt nicht viel. Ende Mai erklärte die Verwaltung in einer Mitteilung, dass ein Architektenwettbewerb für den geplanten Kiosk gestartet werden soll. Das hatte bei vielen Kölnern für Belustigung gesorgt. Denn es würde bedeuten, dass die jetzige Notlösung wohl noch zwei weitere Jahre bleiben würde. (Radio Köln/SR)

Foto Volker Dennebier

Deutz, 02.05.2017 Ehrungen für Deutz. In Köln Deutz werden 2 Projekte mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2017 ausgezeichnet. Der Rheinboulevard und der Ottoplatz. Gleich drei städtebauliche und landschaftsplanerische Projekte der Stadt Köln werden 2017 mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis ausgezeichnet. Der Erste Preis im Wettbewerb geht an den Rheinboulevard in Köln-Deutz (Entwurfsverfasser Maik Böhmer, Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin). Der Rheinboulevard wird mit der höchsten Auszeichnung für Landschaftsarchitektur, dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis 2017, ausgezeichnet. Damit ehrt der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten beispielhafte Projekte der zeitgemäßen, sozial und ökologisch orientierten Freiraum- und Landschaftsplanung. Die Preisverleihung findet am 29. September 2017 im Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin statt.  

Außerdem werden weitere zwei herausragende Planungsleistungen bedacht und damit ihre ästhetisch anspruchsvollen und innovativen Lösungen gewürdigt: Für die Kategorie "Licht im Freiraum" wird der L.-Fritz-Gruber-Platz in der Innenstadt ausgezeichnet (Entwurfsverfasser scape Landchaftsarchitekten, Düsseldorf). In der Kategorie "Landschaftsarchitektur im Detail" bekommt der Ottoplatz in Deutz eine besondere Ehrung (Entwurfsverfasser bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau, Berlin).  

Diese Entscheidungen hat das elfköpfige Preisgericht unter Leitung der Juryvorsitzenden Ursula Hochreich (Landschaftsarchitektin bdla, lohrer.hochrein, München) auf seiner Sitzung am vergangenen Freitag, 28. April 2017, im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin getroffen. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fotos 25.Januar 2017  Rheinboulevard Köln Deutz

Video und Luftbilder und Fotos folgen wenn es etwas grüner ist !!!

Deutz, 05.05.2017 Rheinboulevard: Shisha-Verbot und mehr Polizei
30 Einsatzkräfte bei schönem Wetter
– Ermittlungsgruppe gegründet – Stadt und Polizei machen ernst: Das Shisha-Rauchen wird auf dem Rheinboulevard
verboten. Dies ist ein erstes Ergebnis des Treffens der Behörden gestern. Außerdem soll konsequent gegen Wildpinkler vorgegangen werden, das Vergehen
wird mit 60 Euro sanktioniert. Die Polizei wird ab heute mit deutlich mehr Kräften
auf Streife gehen, an schönen Tagen mit 30 Beamten in gemeinsamen Streifen von Polizei und Ordnungsamt.Der Rheinboulevard soll ausgeleuchtet
werden, zumindest für eine gewisse Zeit. Und: Es soll Hinweisschilder geben, sie sollen den Menschen verdeutlichen, was erlaubt ist – und was nicht.Außerdem
hatten sich zahlreiche Anwohner bei der Polizei über Ruhestörungen und bei der Stadt über Wildpinkler beschwert.
Die Stadt denkt deshalb nun darüber nach, dort Toilettenhäuschen aufzustellen.
Auch weitere Mülleimer sollen folgen. Auszug Kölnische Rundschau 05.04.2017

Deutz, 21.12.2016 Bis auf die frisch eingesäten Rasenflächen ist nun die gesamte Anlage zugänglich.

Die Stadt Köln hatte am 19. Dezember 2016, den Rheinboulevard am Deutzer Rheinufer technisch abgenommen. Damit steht die gesamte Anlage mit der Freitreppe und dem darüber liegenden eigentlichen Boulevard der Bevölkerung zur Verfügung. Eine Ausnahme machen lediglich zwei frisch eingesäte Rasenflächen, auf denen wegen der Jahreszeit noch nichts wächst. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen bittet, diese besonders in der Silvesternacht nicht zu betreten.

Für die Wege – Boulevard und Panoramaweg – in diesem dritten Bauabschnitt des Rheinboulevards hat die Stadt Köln rund 5.500 Quadratmeter großflächige Betonplatten verbaut und in den Zugangsbereichen 2.300 Quadratmeter Naturstein, außerdem legte sie 2.100 Quadratmeter unbefestigte Wege und 6.700 Quadratmeter Rasen an. Auf einer Mauer an der Landseite wurden 40 laufende Meter Bänke mit und ohne Rückenlehne in vier Gruppen montiert.

Den Boulevard säumt eine doppelte Reihe von japanischen Schnurbäumen, am Übergang zur Hermann-Pünder-Straße stehen Kastanien und auf den Rasenflächen Robinien. Insgesamt zieren den Rheinboulevard rund 60 neue Bäume.

Deutz, 04.08.2015. Video Das Deutzer Ufer 2006 aus meinem Archiv. Der heutige Rheinboulevard 2015. Alle Rechte Volker Dennebier.

Im Sommer 2010 erfolgte der erste Spatenstich. Beim Abtragen eines alten Bahndamms und der Komplettierung des Hochwasserschutzes traten archäologische Funde zutage, die von einer mindestens 1.700-jährigen Siedlungsgeschichte im rechtrheinischen Innenstadtgebiet zeugen und in einem „Historischen Park Deutz“ (externer Link ) präsentiert werden sollen.

 

Dr. Marcus Trier, Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege, stellte im Folgenden die aktuellen Zwischenergebnisse der bisherigen Ausgrabungen am Deutzer Rheinufer noch einmal vor: Auf dem Areal des ehemaligen Römerkastells des frühen 4. Jahrhunderts befinden sich 1700 Jahre Deutzer Geschichte. Es ist Keimzelle des rechtsrheinischen Köln und dieses Stadtteils und seiner Identität: Hier liegen die Grundmauern der ältesten Deutzer Pfarrkirche Alt St. Urban (9 Jh.), der mittelalterliche Wehrturm der Grafen von Berg (?), die alten Gewölbekeller  ( interner Link )der im 11. Jahrhundert, durch den als Heiligen verehrten Kölner Erzbischof Heribert, gegründeten gleichnamigen Abtei, Wirkungsstätte des großen mittelalterlichen Theologen und Mystikers Rupert von Deutz, die Preußische Garnison und der Kopfbahnhof der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn. Die Archäologen, so Dr. Trier, waren überrascht über den Umfang der Funde aus den verschiedenen Epochen und deren unerwartet guten Erhaltungszustand.

Deutz, 13.07.2015 Teileröffnung des Rheinboulevard in Köln Deutz durch den Oberbürgermeister Jürgen Roters am 13.07.2015 um ca.15 Uhr. Das symbolische Band durchschnitt Oberbürgermeister Jürgen Roters und gab damit den unteren Teil des Stufenbauwerks für die Bevölkerung frei. 

Ab sofort können die Besucher von beiden Seiten auf die Treppe gehen und von dort auf die Altstadt und den Kölner Dom schauen. Allerdings ist erst einmal nur ein Teilstück zugänglich.

Der Boulevard oberhalb der Treppe ist noch nicht fertig, dort wird weiter gebaut. Aus diesem Grund ist vorerst nur der untere Teil der Treppe offen.

Vorher, um 14 Uhr, gab Roters einen Empfang im Hyatt-Hotel für Personen, die das Projekt initiiert oder unterstützt haben, daran beteiligt waren oder zu den Nachbarn gehören. Eingeladen waren unter anderem NRW-Stadtentwicklungsminister Michael Groschek, sein Staatssekretär Michael von der Mühlen, Regierungspräsidentin Gisela Walsken, der Geschäftsführer Dr. Reimar Molitor und Vorstandsmitglieder des Vereins Region Köln/Bonn, Mitglieder des Kölner Stadtrats, der Stadtvorstand.  mehr Fotos

VON TIM ATTENBERGER Kölner Stadtanzeiger 16.04.2015

Die Ankündigung der Stadt, dass die Reinigung der Deutzer Rheintreppe pro Jahr 860 000 Euro kosten soll, hat für viel Diskussionsstoff und Aufregung gesorgt. Die enorme Höhe der Summe, die etwa 2360 Euro pro Tag entspricht, wurde nach einem Bericht im "Kölner Stadt-Anzeiger" von Lesern und Verbänden kritisiert und als unverhältnismäßig bezeichnet, unter anderem vom Haus- und Grundbesitzerverein.

Details bleiben geheim

Die Stadt und ihr Tochterbetrieb Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB), die den Auftrag erhalten sollen, weigern sich, die Kosten aufzuschlüsseln. Deshalb wird nicht klar, welcher Anteil der veranschlagten 860 000 Euro für Personal ausgegeben werden soll und welcher Anteil für den Materialeinsatz. Die AWB wollen keine Details über ihre Kalkulation preisgeben, falls der Stadtrat beschließen sollte, den Auftrag doch noch öffentlich auszuschreiben. Ansonsten könnte ein Konkurrent die Daten nutzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Erst auf mehrfache Nachfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger" hat die Stadt sich jetzt immerhin entschlossen, mehr Transparenz in die Diskussion zu bringen und zumindest etwas genauer zu erklären, welche Maschinen und Mittel zur Säuberung eingesetzt werden sollen. So sollen im Sommer täglich mehrere Kolonnen sowie Nass-Sauger zum Einsatz kommen, damit das anfallende Schmutzwasser nicht in den Rhein gelangen kann. Darüber hinaus werden Kaugummi-Entferner, Sandreiniger für die Graffiti-Beseitigung sowie Hochdruckstrahler verwendet.

Und jetzt heißt es von Seiten der Stadt auf einmal, dass die AWB für den Auftrag keinen Pauschalbetrag in Höhe von 860 000 Euro erhalten werden. Stattdessen werde sie nach der tatsächlich erbrachten Leistung bezahlt. Bereits im Laufe des ersten Jahres sollen Anpassungen vorgenommen werden, falls der Reinigungsaufwand doch niedriger sein sollte als erwartet.

24,8 Millionen Euro teure Treppe

"Ich kann nachvollziehen, dass 860 000 Euro aus Sicht der Bürger viel aussehen", räumt Joachim Bauer, stellvertretender Leiter des zuständigen Grünflächenamts ein. Es handele sich jedoch um einen besonderen Ort. "Es ist viel Geld, aber wir haben auch viel investiert", so Bauer. Der Rheinboulevard kostet 24,8 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro davon übernimmt die Stadt, der Rest stammt vom Land.

"Man darf die Sauberkeit in anderen Teilen der Stadt wegen des Rheinboulevards nicht vernachlässigen, aber wir haben bei der Betrachtung des Reinigungskonzepts in der Tat nicht nach links und rechts geschaut", sagt Bauer. Das ganze Land werde auf Köln blicken, sobald die Rheintreppe geöffnet sei. Deshalb müsse der Ort absolut sauber sein.

RHEINBOULEVARD Ein Jahr an Reinigungskonzept für Freitreppe gearbeitet - Kosten vervielfacht

VON TIM ATTENBERGER Kölner Stadtanzeiger 11.04.2015

Nur noch wenige Steine fehlen, um die Freitreppe des Rheinboulevards am Deutzer Rheinufer zu vollenden. Bis zu 10 000 Menschen sollen auf den hellen Betonstufen gegenüber der Altstadt Platz finden. Sie werden Müll und Schmutz hinterlassen und einige von ihnen werden versuchen, die Rhein-Tribüne mit Graffiti zu besprühen. Um das zu verhindern, haben fünf Ämter der Stadtverwaltung und die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) ein Jahr an einem Nutzungs- und Reinigungskonzept gearbeitet, das jetzt vorliegt. Demnach soll die Reinigung der Freitreppe pro Jahr 860 000 Euro kosten. Ein alternatives, reduziertes Konzept wäre für 600 000 Euro zu haben. Bislang wurde ein Betrag von 250 000 Euro angesetzt.

"Wir wollen die Politik von der teuren Version überzeugen, damit es von Beginn an sauber bleibt", sagte Joachim Bauer, stellvertretender Leiter des Grünflächenamts dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Nach Ablauf eines Jahres soll überprüft werden, ob der Aufwand angemessen war. "Sollte das nicht der Fall gewesen sein, können wir das Konzept anpassen", so Bauer.

Die Stadtverwaltung will die Freitreppe zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober täglich von 6 bis 8 Uhr morgens einer Grundreinigung unterziehen lassen. Dafür sind vier Mitarbeiter vorgesehen. Von 8 bis 22 Uhr soll eine einzelne Reinigungskraft ständig anwesend sein und Verschmutzungen sofort entfernen. Darüber hinaus soll jeden Tag bis um 10 Uhr eine Nassreinigung an besonders betroffenen Stellen der Ufertreppe und des Panoramawegs erfolgen. Alle vier Wochen soll mit diesem Verfahren die gesamte Freitreppe gesäubert werden. Dazu soll ein Spezialfahrzeug eingesetzt werden, welches das Schmutzwasser wieder aufnimmt, so dass es nicht in den Rhein gelangen kann.

Zwischen dem 1. November und dem 31. März soll die tägliche Grundreinigung von 8 bis 10 Uhr stattfinden. Im Winter wird auf die permanent anwesende Reinigungskraft verzichtet. Die Nassreinigung wird auf dreimal pro Woche reduziert. Den Auftrag soll die Stadttochter AWB übernehmen.

Vermietung an Silvester

Joachim Bauer begründet den hohen Aufwand mit der Gefahr, dass die Freitreppe anderenfalls schnell verwahrlosen könnte. "Das soll ein besonderer Ort werden, den es so sonst in Köln nicht gibt", so der stellvertretende Amtsleiter. Ein Höchstmaß an Sauberkeit und ein repräsentatives Erscheinungsbild sind auch aus Sicht des Polizeipräsidiums entscheidend. "Gepflegte Freiflächen bewirken langfristig eine Herabsenkung der Kriminalität", teilt die Direktion Kriminalität mit.

Der Zugang zur Freitreppe soll grundsätzlich frei sein. Die Zahl der Veranstaltungen wurde begrenzt. So soll der Veranstalter des Höhenfeuerwerks Kölner Lichter das Bauwerk nutzen dürfen. Pro Jahr dürfen zwei Sportveranstaltungen dort stattfinden sowie zwei Veranstaltungen benachbarter Betriebe, Institutionen und Anwohner. Für Silvester will die Stadt nach Möglichkeit ebenfalls einen Veranstalter gewinnen. "Es kann passieren, dass an dem Tag Massen von Menschen auf die Treppe wollen", so Bauer. "Eine Veranstaltung würde sicherstellen, dass es eine Begrenzung gibt." Das würde allerdings bedeuten, dass der Zutritt zahlungskräftigen Gästen vorbehalten wäre.

Der Grün- und Umweltausschuss wird das Konzept der Stadt am 21. April diskutieren. Der Rat soll in seiner Sitzung am 12. Mai eine Entscheidung treffen. "Wir wollen die Diskussion so früh wie möglich führen, um die Freitreppe so schnell, wie es geht, öffnen zu können", sagte Bauer. Das könnte bereits im Herbst der Fall sein, sollten alle noch ausstehenden Arbeiten nach Plan verlaufen.

Zuschuss aus dem Regionale-Programm

Die Gesamtkosten für den Rheinboulevard inklusive der Freitreppe liegen bei etwa 23,7 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro übernimmt die Stadt, der restliche Teil stammt aus dem Strukturförderprogramm Regionale 2010 des Landes NRW. Die Fertigstellung soll nach Wunsch von Oberbürgermeister Jürgen Roters auf jeden Fall bis Ende des Jahres erfolgen. Die Freitreppe soll bis Ende April fertig sein. Danach beginnt der dritte Bauabschnitt, der den eigentlichen Boulevard oberhalb der Stufen umfasst.(att)

Deutz Rheinboulevard und Ausgrabungen Deutz, Foto Volker Dennebier

Deutz, 19.02.2015 Rheinboulevard im Zeitplan - Archäologen graben sich in die Deutzer Geschichte

VON RONALD LARMANN Kölnische Rundschau 19.02.2015

Bierflaschen und Steinzeugfliesen liegen neben dem Bauwagen. Es sind nicht etwa Überbleibsel einer Karnevalsfeier, sondern Ausgrabungsstücke. Sie stammen aus der Toilettenanlage des Kopfbahnhofs, den die Bergisch-Märkische Eisenbahn (BME) ab 1879 in Deutz bauen ließ. Derzeit sind Archäologen dabei, am Fuße des heutigen Lanxess-Towers Befunde zu sichern.

Für die Experten ist das Areal, das mit dem Bau des Rheinboulevards erneut eine Umgestaltung erfährt, hochinteressant. "Hier haben wir 1700 Jahre Geschichte im Herzen des rechtsrheinischen Kölns an einem Platz vereint", verdeutlicht Dr. Marcus Trier, Direktor des Römisch-Germanischen Museums (RGM) und Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege, die Bedeutung dieses Gebiets zwischen Lanxess-Tower, LVR-Gebäude, der Abtei Deutz und dem Rhein.

Die Archäologen graben sich dort nicht nur in die Geschichte des Kopfbahnhofs mit den Fundamenten der einstigen Drehscheibe, die in Teilen nach Fertigstellung des Boulevards noch zu sehen sein wird, sondern auch in die Vergangenheit der Kirche Alt St. Urban. "Das ist die älteste Kirche des rechtsrheinischen Kölns", sagt Trier. Sie reiche bis ins 9. Jahrhundert zurück, schließlich sei an dieser Stelle im Jahr 870 der Kölner Erzbischof Willibert gewählt worden.

Das gotische Gotteshaus Alt St. Urban hatte nicht nur deshalb eine bewegte Geschichte - mit einem vorläufigen, explosiven Ende 1632. Im Dreißigjährigen Krieg sei das Gotteshaus, das vermutlich als Munitionslager diente, beschossen worden und in die Luft geflogen, erklärt Trier. Zahlreiche gefundene Musketenkugeln zeugten von dieser Explosion. Wieder aufgebaut besiegelte 1784 ein durch verkantete Eisschollen verursachtes Hochwasser mit seiner enormen Zerstörungskraft endgültig das Schicksal dieser Kirche.

Später befand sich dort eine preußische Kürassier-Kaserne, bevor der Kopfbahnhof erneut für Veränderung sorgte. Ganz ursprünglich hatten dort im 4. Jahrhundert bereits die Römer ein Brückenkopf-Kastell errichtet, das laut Dr. Trier eine Fläche von 140 mal 140 Meter umfasste.

Verbindendes Element dieser Epochen aus der Römer- bis in die Neuzeit ist der sogenannte Schinkenkessel, der so heißt, weil er die Bevölkerung wohl an einen Kessel zum Schinkenkochen erinnerte. Den römischen Turm haben nämlich die Preußen für ihre Befestigung am Deutzer Rheinufer genutzt - und heute sind die Überreste des Turms passgenau in die Freitreppe des Rheinboulevards integriert worden. Dessen Bau befindet sich laut Dr. Joachim Bauer im Zeitplan. Der stellvertretende Leiter des Grünflächenamts geht davon aus, dass die Treppe noch in diesem Jahr freigegeben werden kann. Im April soll dafür mit dem Bau des Panoramawegs und des eigentlichen Boulevards begonnen werden. Bis jeder Mülleimer und jeder Baum stehe, werde es sicherlich noch bis April 2016 dauern, so Bauer.

Container am Rheinboulevard Foto Volker Dennebier

In einem Container an der Auffahrt zur Hohenzollernbrücke informiert das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen von April bis Oktober an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr über das Projekt und den Baufortschritt. Von dort bietet sich auch ein guter Blick auf die Baustelle.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Köln-Deutz-Extra / Homepageinhaber und inhaltlich Verantwortlicher Volker Dennebier 2011